Ohrrüben beim Deutschen Kinderliederpreis

Die beiden Ohrrüben telefonieren

“Wollen wir dieses Jahr beim Deutschen Kinderliederpreis teilnehmen?”, fragte ich meine Co-Ohrrübe Kathrin. Kathrin wohnt in einer anderen Stadt, deswegen stelle ich ihr solche Fragen üblicherweise am Telefon. “Ist aber nicht mehr so viel Zeit, wir müssen uns beeilen!”

„Das ist eine tolle Idee. Aber was genau heißt denn nicht mehr so viel Zeit?“, fragte sie.

Ich erkannte einen Der-Wettbewerb-wurde-bestimmt-schon-vor-einem-halben-Jahr-ausgeschrieben-warum-kommst-du-erst-jetzt-damit-an-Unterton in ihrer Stimme.

„Nächsten Sonntag“, antwortete ich etwas kleinlaut.

„Der Wettbewerb wurde bestimmt schon vor einem halben Jahr ausgeschrieben, warum kommst du …“

„… erst jetzt damit an, ja, ja, ja. Du hast ja Recht, aber ich hatte viel zu tun. Ich habe mein Klavier neu gestimmt und neue Saiten auf die Ukulele gezogen“, unterbrach ich sie.

„Du hast ein E-Piano, das verstimmt sich doch gar nicht“, sagte sie, „und eine Ukulele hat nur vier Saiten. Aber gut, welches Lied wollen wir denn einreichen?“

Wir gingen alle unsere Lieder durch, aber keines wollte so richtig zu der Themenvorgabe „eine bunte Welt, in der Gemeinschaft eine zentrale Rolle spielt“ passen.

Dann rauschte es eine Zeit lang in der Leitung. So klingt es, wenn man angestrengt nachdenkt.

Schließlich krempelte ich die Ärmel hoch, merkte aber, dass ich nur ein T-Shirt trug, und verkündete feierlich: „Dann bleibt uns wohl nur eins: einen neuen Song schreiben!“

„Bis Sonntag?“, fragte Kathrin.

„Schaffen wir!“

Und so dachten wir uns eine Geschichte über eine bunte Gemeinschaft unterschiedlichster Tiere aus, die zu einer Band verschmelzen, reimten einen schönen Text, komponierten eine ohrrübige Musik, Kathrin machte sich auf den Weg nach Berlin, wo wir dann einen Tag vor dem Einsendeschluss zusammen mit der spontan hinzugestoßenen Gastsängerin Fiona sangen und musizierten, bis die Mikrofone glühten. Heraus kam „Schubidum-bayah“, ein typischer Ohrrüben-Song, den wir schon viel früher hätten schreiben sollen, aber so auf den letzten Drücker macht es doch gleich doppelt so viel Spaß!

Die Jury-Bewertung läuft übrigens vom 3. bis zum 26. Mai. Drückt uns die Daumen!

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